Geschrieben von Geschäftsstelle

Seit Tagen nichts als Jucken

Buschi, Trainer von Tegels 2. Männer, stand vor dem Saisonauftakt unter Druck: Gesichtsrasur erst nach dem ersten Sieg, das war die Wette. Und der Bart juckte schon. Seit Tagen. Es ging in der geliebten Hatze gegen die Zweite vom Berliner Fußballclub Preussen, angereist aus Lankwitz. Buschis Rezept für die schnelle Gesichtsrasur: Mit dem Selbstbewusstsein aus der Vorbereitung direkt wach sein und unter 25 Gegentore kassieren.

Tegel startet in die erste Halbzeit dann durchaus selbstbewusst und wach, kann sich

auch mehrmals ein kleines Polster erspielen, weil die Abwehr halbwegs steht. Die Krux aber: Viel zu oft werden vorne 100%ige vergeben. Viel zu oft werden gute Tegeler Chancen zu Tempogegenstößen für Preußen. Viel zu oft muss sich Buschi nervös kratzen, wenn Preußens Torwart dankbare Bälle fischt. In die Kabine geht es immerhin mit drei Toren Vorsprung.

Die zweite Halbzeit spielt Tegel eine Spur sicherer – aber nie sicher genug, um eine Führung aufzubauen und zu halten. Ein Stabilitätsfaktor aber ist Ergin, der an diesem Samstag jeden macht, den er sich nimmt. Kurz vor Schluss führt Tegel knapp. Die letzten Sekunden wird der Ball nervös hin- und her geschmissen. Ein letzter Hüftwurf von Preußen. Tobi pariert. Dann Fehlpass Tegel – aber keine Zeit mehr für Preußen. Signal. Ende. Endlich: Der Bart kann ab. 28:26 für Tegel.

Tegels kann auf die immerhin nur 26 Gegentore aufbauen – letzte Saison waren es im Schnitt 32, insgesamt fast 700. Auch Tegels Torwart-Top-Transfer Tobi gibt mit einigen sehenswerten Paraden schon mal einen Vorgeschmack auf das, was noch kommt.

Am Ende heißt es für Preußen 50 Kilometer gefahren, 0 Punkte geholt. Tegels Zweite gewinnt verdient den Saisonauftakt. Und das Jucken hat ein Ende.

Gez. Tilly