Geschrieben von Geschäftsstelle

AUFSTIEG PERFEKT:

Der Glaube, der Wille und die Berge

Sonntag, Osterferien, Kaffeezeit. Das klingt bekanntermaßen nach Familie, Urlaub und Erholung, doch nicht heute. Heute füllten Handballfreunde aus ganz Berlin die Günter-Maiwald-Halle, denn, wenn Oma schon nicht geladen hatte, wurde sie eingesackt und direkt mit zur Halle gebracht. Diesen Leckerbissen wollte sich nun doch wirklich niemand entgehen lassen.

Nachdem sich die Spieler in den Gassen der Schwimm-Turnhalle zurecht gefunden und

Wettkampfkleidung angelegt hatten, wurde sich auf das Spiel eingestimmt und sofort der Innenraum zur Erwärmung betreten. Wir durften zuerst den Blick auf die Berge genießen, denn was Siemensstadt da aufbot, hatte Gardemaß und sah verdächtig danach aus, als hätte Oma Proteinpulver in den Käsekuchen gepanscht.

Zurück in der Umkleide wurde sich darauf eingeschworen, dass jeder Sportler auf ein großes Finale hinarbeitet. Dieses war so eins! Der Glaube an uns als Team sollte den Sieg und den gleichbedeutenden Aufstieg bringen. Ein steiniger Weg angesichts des hochmotivierten Gegners und dem zweiten Spiel innerhalb von 48 Stunden.

So wurde das Topspiel vor prall gefüllter Kulisse und auf frisch gebohnerten Untergrund angepfiffen. Schnell entwickelte sich ein offener Schlagabtausch voller sehenswerter Tore, Dynamik und Emotionen. Das Spiel schlängelte sich so in bester Serpentinenmanier hin und her (1:3, 6:4, 6:6, 10:7, 10:10). Unser sonstiges Abwehrbollwerk wollte bis zu diesem Zeitpunkt jedoch noch nicht stehen. Das lag zum Teil an der mangelnden Absprache in der erneut umgestalteten Abwehr, zum anderen am gut agierenden Mastermind Bachner auf der Siemensstädter Mitte. An dieser Stelle Beste Besserung an die Wade, die den enormen Fliehkräften bei den Richtungswechseln nicht standhalten konnte. Kurz vor dem Schluss der ersten Halbzeit bot sich uns die Chance auszugleichen und den Pausentee einzunehmen, doch ein weiterer technischer Fehler brachte uns nur einen Konter und den erneuten 2-Tore-Rückstand ein.

...Sie wollen es einfach mehr und machen weniger Fehler - so das ernüchternde Fazit zur Halbzeit. Doch der Glaube versetzt bekanntlich Berge und jeder einzelne in diesen Katakomben glaubte an das Team, den Sieg und somit die Aufholjagd. Hatte man doch bereits zuvor mehrmals einen mehrfachen Rückstand überwunden.

So eröffnete der alleinige Schiedsrichter, welcher über weite Strecken souverän von der Umlaufbahn des Mittelkreises agierte, die zweite Halbzeit. Anders, als in den letzten Partien kamen wir gut wieder in die Partie und konnten schnell ausgleichen. Was der Glaube so alles kann…! Über die Zwischenstände 14:14, 17:17 und 19:19 wurde den lautstark unterstützenden Fans ein Krimi geboten, der die Spannung jedes Tatorts der letzten 2 Jahre um Längen schlug. Immer wieder stellte der Siemensstädter Steineschmeißer Heidemann unter Beweis, warum er im Kampf um die Torjägerkrone der BLB ganz oben mitspielt, doch auch unsere Abwehr wurde besser. Der Verbund wurde gefunden und somit musste nur noch der letzte, schwierigste Anstieg bis zum Gipfel gemeistert werden. Dieses Mal sollte uns nichts aufhalten: keine blutige Nase und auch keine rote Karte. Jeder übernahm Verantwortung und ein 3-Tore-Vorsprung wurde mit Wille, Teamgeist und Körpersprache verteidigt. Als Pferdelunge Gunnsen zum 24:28 in der 59. Minute einnetzte, kannte die Stimmung der mitgereisten Familien und FreundInnen kein Halten mehr. Das war er. Der Gipfel!

Freudentaumel, Siegestanz und baden im Applaus, den sich heute beide Mannschaften redlich verdient hatten. Nun können wir uns intensiv auf den nächsten Kracher vorbereiten, um uns mit einem Sieg und der Krone von der Saison zu verabschieden.

Danke an alle Mitgereisten - eine solche Stimmung hat die Bezirksliga lange nicht mehr gesehen.
Danke an Siemensstadt - einen wahrlich fairen und starken Gegner, der uns heute zu Höchstleistungen animierte.
Danke an das Team - nichts anderes als der pure, gemeinsame Glaube an uns selbst und der Wille zum Sieg haben uns heute diesen Moment geschaffen. Vielleicht versetzt auch der Wille Berge. Deshalb lieben wir Handball.

Ritual - Bier! Timme